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Parodontitis - unbemerkter Knochenabbau mit gravierenden Folgen

Was ist eine Parodontitis?

Im Volksmund wird diese weit verbreitete Erkrankung (Parodontose/ Parodontistis) des Zahnhalteapparates oft "Zahnfleischschwund" genannt. Dieser Begriff hat seinen Namen dadurch erhalten, dass das Zahnfleisch bei den Patienten mit einer fortgeschrittenen Parodontitis zurückweicht. Die Lehre über die Behandlung des Zahnhalteapparates wird Parodontologie genannt. Der wissenschaftliche Hintergrund dafür ist, dass in der Tiefe der stützende Knochen durch Entzündungsprozesse um die Wurzeln des Zahnes irreversibel verloren geht (klinisches Bild unten rechts). Die Folgen sind empfindliche Zahnhälse und ästhetische Einbußen im Zahnfleischverlauf. Der schlimmste Fall tritt dann ein, wenn ein kariesfreier Zahn sich lockert und nicht mehr funktionsstabil benutzbar ist. Die Ursache für diese Veränderungen am Knochen sind Bakterien, die an der Zahnoberfläche an den Belägen anhaften und sich vermehren (s. Bild unten links). Im Röntgenbild (im Bild unten Mitte der rote Bereich) sieht man den Knochenabbau um die Zahnwurzel.

Wie sieht die Parodontitistherapie aus?

Im wesentlichen besteht die Therapie aus zwei Abschnitten:

  1. Der erste Teil sieht eine intensive Reinigung der Zahnoberfläche vor im Zusammenhang mit einer Mundhygieneinstruktion. Diese Behandlung verläuft ähnlich wie bei einer Prophylaxe- Behandlung.

  2. Der zweite Teil der Behandlung besteht aus einer gründlichen Reinigung der Wurzeloberfläche unterhalb des Zahnfleisches. Unter einer lokalen Betäubung ist diese Behandlung schmerzfrei. Dabei wird mit verschiedenen Instrumenten die Wurzeloberfläche unterhalb des Zahnfleischsaumes gereinigt. Bei sehr tiefliegenden Knochenveränderungen muss teilweise das Zahnfleisch chirurgisch behandelt werden. Mit sehr feinen (microchirurgischen) Instrumenten wird diese Technik gewebsschonend umgesetzt. Zahnfleisch wird heutzutage in der modernen Parodontologie weder "weggebrannt" noch weggeschnitten.

  3. Die Beschwerden nach einer Parodontitisbehandlung sind nach wenigen Tagen verschwunden. Der langfristige Erfolg einer solchen Behandlung hängt von der häuslichen Zahnpflege ab, verbunden mit regelmäßigen Nachkontrollen durch den Zahnarzt. Bei diesen Patienten ist ein Recall besonders wichtig, um das Behandlungsergebnis lange zu sichern.

    Die Behandlung einer Parodontitis führt in besonderen Fällen ein Facharzt für Parodontologie durch. Jährlich erweitern sich die wissenschaftlichen Erkenntnisse auf dem Gebiet der Parodontologie. Auf der Homepage der Dt. Gesellschaft für Parodontologie erfahren Sie alles wissenswerte über die Parodontitis.

Was ist Parodontologie?

Parodontologie ist die Lehre vom Zahnhalteapparat. Der Zahnhalteapparat fixiert den Zahn im Kiefer, er sorgt dafür, dass unsere Zähne stabil sitzen und in ihrer Lage bleiben. Er besteht aus der Alveole (das ist das knöcherne Fach im Unter- und Oberkiefer, in das der Zahn eingepasst ist), dem Zahnfleisch, der Wurzelhaut (das ist die Gesamtheit der Fasern, mit denen der Zahn in der Alveole befestigt ist) und dem Wurzelzement. Die Parodontologie befasst sich also mit den Komponenten des Zahnes, die den Zahn im Kiefer halten.

Was machen Parodontologen?

Parodontologen haben ihren Tätigkeitsschwerpunkt in der Prävention (also der Vorbeugung) und Behandlung von Erkrankungen dieses Zahnhalteapparats. Wie wichtig dies ist, wird deutlich, wenn man sich die kürzlich erschienene Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS IV), herausgegeben vom Institut der Deutschen Zahnärzte, einmal genauer ansieht. In der Mundgesundheitsstudie wird eine Bestandsaufnahme zur Mundgesundheit der Bevölkerung vorgenommen und der zahnärztliche Versorgungsgrad in Deutschland festgestellt. Nach den Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden die Vorkommenshäufigkeiten zu Zahnkaries, Parodontalerkrankungen und zum Zahnverlust dokumentiert und Art und Umfang der zahnärztlichen Versorgung detailliert dargestellt. Dort kann man lesen, dass mittelschwere und schwere Parodontalerkrankungen bei Erwachsenen und Senioren seit der letzten Erhebung 1997 um 26,9 Prozent bzw. 23,7 Prozent zugenommen haben. Parodontalerkrankungen sind nach der Studie weit verbreitet. Unter den Erwachsenen leiden 52,7% unter mittelschweren und 20,5% unter schweren Formen der Parodontitis. Bei den Senioren sind 48,0% von einer mittelschweren und 39,8% von einer schweren Erkrankung betroffen. Karieserkrankungen sind der DMS IV zufolge deutlich rückläufig. Der Parodontologie kommt also zunehmend eine zentrale Rolle in der Erhaltung eines intakten Kauapparates zu. Und dafür sorgt Ihr Parodontologe!

Was ist das Besondere an der Parodontologie?

Die Parodontologie nimmt für sich in Anspruch, die Disziplin zu sein, die ihrer Natur gemäß weit über den Tellerrand hinaus schauen muss. Nicht nur lokale Ursachen, auch so genannte systemische Erkrankungen schwächen den Halteapparat der Zähne. Oft ist ihr parodontologisch ausgebildeter Zahnarzt der Erste, der bei Ihnen Anzeichen einer allgemeinen Erkrankung entdeckt. Viele verschiedene Studien und viele Jahre Erfahrung haben gezeigt, dass sich manche schwerwiegende Erkrankung zuerst an Ihren Zähnen zeigt. Wir als Deutsche Gesellschaft für Parodontologie bemühen uns daher um einen regelmäßigen und intensiven Austausch mit allen anderen Disziplinen der Medizin, um gemeinsam neue Wege und Behandlungsmethoden zu finden. Die Parodontologie ist wirkliche, "ganzheitliche" Zahnmedizin.

(Quelle Dt. Gesellschaft für Parodontologie)

Parodontitis - Diabetes mellitus - kardiovaskuläre Erkrankungen

Die Interaktionen zwischen parodontalen und systemischen Erkrankungen stehen seit einigen Jahren im Fokus der parodontologischen Forschung. Das besondere Interesse an dieser Thematik ist unter anderem der hohen Prävalenz von Parodontitiden, Diabetes mellitus und kardiovaskulären Erkrankungen geschuldet. Laut der 4. Mundgesundheitsstudie kommen parodontale Erkrankungen nicht nur häufig in Deutschland vor, sondern ihre Prävalenz nimmt auch bei den Senioren zu. Hier eine aktuelle Übersicht zur Assoziation zwischen Parodontitis und Diabetes mellitus.

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